„Steuern“ meint in zoll+ einmal nicht das Synonym für Abgaben, sondern die zielgerichtete Begleitung von Prozessen in der Planung. Klingt „gesteuert“ in diesem Zusammenhang eigentlich fragwürdig oder vertrauenserweckend? Prozesse in und rund um Planung werden komplexer, die Beteiligten vielfältiger, Entscheidungen schwieriger. Bedeutet Steuern – in diesem Licht betrachtet – zu wissen, wo die Reise hingeht oder vor allem Kenntnisse über Wege zu haben? Geht es darum die kürzeste oder die beste Route zu finden? Wie sichtbar und offen wird gesteuert? Was tun, wenn sich AkteurInnen der Steuerung entziehen wollen, wie etwa bottom-up Guerilla Initiativen? Wer das Steuer in der Hand hat, trägt Verantwortung, als PlanerIn, ProjektmanagerIn, ModeratorIn, PolitikerIn. Es gehört zu den fordernden, aber auch spannendsten Aspekten der Tätigkeit von Planenden, Prozesse zu gestalten und zu begleiten, den Rahmen zu setzen, und gut zu intervenieren. Die Beiträge in dieser Ausgabe von zoll+ beleuchten diese Dimensionen von „gesteuert“, in ganz unterschiedlichen Kontexten und aus verschiedenen Perspektiven. Und dabei zeigt es sich, dass oft die kleinen Richtungsänderungen die größten Wirkungen erzielen. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns auf diese kleine Reise gehen!

„Steering“ or “routing”, the literal translations of „steuern“ in zoll+ refers to the goal-oriented management of planning processes. Does „guidance“ in that respect sound rather dubious or trustworthy? Planning procedures are becoming more and more complex, the variety of involved actors is increasing, to reach common decisions is more difficult than ever. Does steering in this respect rather mean to know where the journey is leading, or to have an understanding of the paths to follow? Is it about finding the fastest or the best track? How open is the routing performed? And what to do if some actors actively avoid being guided, such as bottom-up guerilla initiatives? The person on the steering wheel bears a great responsibility, be it as planner, manager, facilitator or politician. It is among the most demanding as well as fascinating aspects of working as a planner to manage and guide processes, to set a stage and to intervene effectively. The contributions in this issue of zoll+ highlight the different dimensions of  guiding, managing or governing in various contexts and from different perspectives. And this clarifies, that often minor adjustments in routing can have major effects. We will be happy to guide you through this little journey!

 

  • SMART CITY – HOHLE PHRASE ODER GESAMTSTRATEGIE MIT SUBSTANZ?
    Martina Jauschneg und Christof Schremmer über die Bedeutung dieser umfassenden Entwicklungsstrategie für eine Stadt
     
  • HURRA, WIR KOOPERIEREN? EIN PLÄDOYER FÜR DIE GESTALTUNG VON KOOPERATION
    Stefan Baue
    r-Wolf über menschliche und organisatorische Aspekte auf dem Weg zur vernünftigen Kooperation

  • SUMP – SUSTAINABLE URBAN MOBILITY PLANS
    Gerald Frank erläutert den neuen Standard der EU für die Planung nachhaltiger Mobilität in Städten

  • IST LANG IMMER BESSER UND KURZ OBERFLÄCHLICH?
    Martina Handler reflektiert über die Kunst, Beteiligungsprozesse zu planen

  • EIN DIFFERENZIERTER IN PLANUNG UND UND DESIGN!
    Doris Damyanovic, Petra Hirschler und Gesa Witthöft geben einen Überblick über die Entwicklung und Bedeutung feministischer und gendersensitiver Aspekte in Forschung und Lehre der Landschaftsplanung

  • DIE INFORMELLE STADT STRATEGIEN FÜR EINE INKLUSIVE STADTENTWICKLUNG
    Andreas Hofer über Handlungs- und Steuermechanismen in lateinamerikanischen Städten

  • LEITBILDER IN DER STADTPLANUNG
    Carina Diesenreiter erläutert, wie Leitbilder zu einem erfolgreichen Steuerungsinstrument werden

  • STEUERUNG DER QUALITÄT
VON FREIRÄUMEN IM BAUPROZESS
    Lilli Lička und Philipp Rode diskutieren Freiraumqualitäten am Beispiel von ausgewählten Wiener Wohnbauprojekten

  • (UN)GESTEUERTES GÄRTNERN IM ÖFFENTLICHEN RAUM
    Elke Szalai über eine neue Gartenkultur im öffentlichen Raum und deren verschiedene Organisationsformen

  • TOWARDS COLLABORATIVE LANDSCAPE PLANNING IN HONG KONG
    Dorothy Cheung über die Dynamik und Grenzen von bottom-up Initiativen zur Begrünung von Hong Kong

  • ENTSCHEIDUNGSMECHANISMEN IM HOCHWASSERRISIKOMANAGEMENT
    Florian Rudolf-Miklau diskutiert die komplexen Entscheidungsmechanismen im Hochwasserrisikomanagement

  • (AUS)WIRKUNGEN DES VORARLBERGER SPIELRAUMGESETZES
    Silvia Kink-Ehe beleuchtet die Wirkungen des Spielraumgesetzes auf die Freiräume und Verwaltungsstrukturen in Vorarlberg

  • LEBEN UND PLANEN MIT DEM DEMOGRAPHISCHEN WANDEL
    Heidrun Wankiewicz & Madeleine Koch über partizipative Handlungsansätze zur
    Anpassung von Alltagsinfrastrukturen für eine Bevölkerung im Wandel

  • INVASIVE NEOPHYTEN: STEUERN ODER LASSEN?
    Katharina Lapin & Karl-Georg Bernhardt diskutieren den Umgang mit gebietsfremden Pflanzen in heimischen Lebensräumen

  • VON VORRANGFLÄCHEN UND OFFENEN LANDSCHAFTEN
    Franz R. Grossauer berichtet vom Kampf gegen die Verwaldung Niederösterreichs

  • STEUERBORD, AHOI!
    Irene Bittner, Bettina Fitz und Antonia Roither-Voigt befragten vier LandschaftsplanerInnen zu den Themen “Steuerung” und “Regulierung” in der Freiraumplanung

  • AUFRUF ZUM WARTEN
    Die PreisträgerInnen des ÖGLA  für StudentInnen 2013 und ihre Projekte

  • EX STUDO: LIVELY TOWNSCAPES
    Anne van der Veen, Ytsen Boomsma, Pieter Brouwer, Wim Ijkema und Gijs Elting,  von der Rijksuniversiteit Groningen zeigen Ansätze für eine lebendige und lebenswerte Stadt

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