Beinahe jede Tätigkeit, jeder Zustand erfordert über kurz oder lang Spontaneität, impulsives, freiwilliges Handeln, das im besten Fall zur Ver- besserung der Ausgangssituation beiträgt. Als Zwang ist Spontaneität eine Reaktion aus der
Not heraus: mobil werden, demonstrieren, besetzen. Spontan ist ambivalent und wie es arb in der Bibliothek anklingen lässt, sind Schreibende und PlanerInnen mit ähnlichen Problemen konfrontiert, wenn sie zwischen spontanen Impulsen – seien es die eigenen oder die der anderen – und festgeschriebenen Texten, Regeln und Plänen agieren. Oft scheitert ein Impuls auch an der Umsetzung. Spontane Gedanken, Verhandlungen der öffentlichen Sphäre und natürliche Prozesse sind dort, wo Reglementierung, Überwachung und Perfektionierung fehlen. Wir finden Spontaneität in verlassenen Orten, besetzten Feldern, in den gelben Blüten der Königskerze und auf den Pfaden, die vom Normal- weg abweichen. Spontan werden auch Ideen in der zoll+ Redaktion geboren, umgesetzt oder wieder verworfen. Eine davon ist unser Crowdfunding-Projekt, das Spontaneität auf vielen Ebenen einforderte. Vielen Dank und viele plötzliche Eingebungen beim Lesen der folgenden Seiten wünscht Ihre zoll+Redaktion!

  • SOLILA! EINE GESCHICHTE ÜBER LANDBESETZUNGEN UND GUTES ESSEN FÜR ALLE
    Das Kollektiv Solila berichtet über den Versuch eine solidarische StadtLandwirtschaft in Wien aufzubauen

  • ISTANBUL – ALLES AUSSER THEORIE
    Maria Steindl über gebaute, verschwindende und politische Freiräume in Istanbul

  • WAS PFADE ÜBER FREIRAUMERSCHLIESSUNG VERRATEN
    Cordula Loidl-Reisch gibt Einblick in die Entstehung, Formensprache und die Bedeutung von Trampelpfaden für ihre NutzerInnen

  • TRANSITGÄRTEN-MOBILE GARTENFORMEN AUF DER SUCHE NACH FREIRAUM
    B
    jörn Schoas beschreibt die Charakteristika mobiler Gärten und veranschaulicht sie anhand des Beispiels „Projekt Gartendeck“ in Hamburg

  • EDIBLE LANDSCAPES – REDEFINING URBANITY THROUGH HORTICULTURE
    Milkana Mladenova reflektiert über urbane essbare Stadtlandschaften

  • FASZINATION FÜR VERLASSENE ORTE
    Ursula Liebl zeigt uns, warum StadterkunderInnen Lost Places aufsuchen und erkunden

  • FOTOSTRECKE
    Barbara Maly hält spontane Eindrücke mit dem Smartphone fest

  • SPONTANVEGETATION NEU ENTDECKT
    Katharina Slanovc erörtert Möglichkeiten, wie Spontanvegetation in Planungskonzepte integriert werden kann

  • SPONTANE VEGETATION IM BOTANISCHEN GARTEN DER BOKU
    Ruth Tabea Klute, Leonid Rasran und Karl-Georg Bernhard widmen ihren Beitrag den
    Eigenschaften der Spontanvegetation im BOKU-Garten

  • ZUKUNFT AUF DER SCHMELZ? DIE BEDEUTUNG UND ENTWICKLUNG EINES FREIRAUMS
    Carola Hesse skizziert die Entstehung und den Wandel einer Kleingartenanlage in Wien, 15

  • KULTIVIERTE STADTWILDNIS IN LUFTIGER HÖHE – THE HIGH LINE
    Sabine Plenk nimmt die LeserInnen mit auf einen Spaziergang über eine alte Hochbahntrasse in New York City

  • MIT SUPER MARIO IM VOGELHÄUSCHEN
    Susanne Mathis reflektiert über die Möglichkeiten eines Highline-Parks auf den Wiener Stadtbahnviadukten.

  • HIER UND JETZT! URBANE PRAKTIKEN
    Irene Bittner und Antonia Roither-Voigt befragten Personen von vier Initiativen, die spontane Experimente im öffentlichen Raum umsetzen

  • AKTIONSORT VOTIVPARK WIEN
    Michaela Rotsch und Irmtraud Voglmayr untersuchen die Rolle künstlerischer Interventionen im urbanen Raumdiskurs

  • WO IST SPONTANITÄT?REFLEXIONEN ÜBER SPONTANITÄT IM ÖFFENTLICHEN FREIRAUM
    Mira Kirchner legt den Fokus auf die alltägliche Raumnutzung, den Planungsprozess und die zukünftigen Raumentwicklung des Kirchenplatzes Maria vom Siege.

  • LANDSCHAFT IST ÜBERALL!
    Anne Oberritter fasst Eindrücke der
    Ausstellung mit Symposium zur Landschaftsarchitektur in Österreich zusammen

  • ERFAHRUNGEN AUS DEM BETEILIGUNGSPROZESS OTTAKRINGER STRASSE NEU
    Gabriele Grün über Bürgerinnen und Bürger, die spontane Ideen umsetzen wollen

  • BIBLIOTHEK
    zusammengestellt von Alfred Benesch, ergänzt durch eine Blogrezension von Katharina Hoff